Vorlesetag in Mosbach


Auf buchstäblich offene Ohren gestoßen

Bürgerstiftung und Kinderschutzbund initiierten den ersten Vorlesetag im Raum Mosbach mit zahlenreichen Prominenten

(ub) Wie bringt man einen Landtagsabgeordneten und einen Landrat, einen Bankdirektor und einen Polizeischef, eine Pfarrerin, zwei Pfarrer und eine Adelige sowie etliche andere Menschen des öffentlichen Lebens (vorübergehend) unter einen Hut? Der Strang, an dem einen halben Vormittag lang von Gabriele Freifrau von Gemmingen-Guttenberg über Dr. Achim Brötel bis Klaus Saffenreuther so viele gemeinsam zogen, war die erste Aktion „Mosbach liest vor“, eine Initiative der Bürgerstiftung für die Region Mosbach und des Kreisverbandes Neckar-Odenwald des Deutschen Kinderschutzbundes.
Am gleichen Tag, als in Mannheim eine Studie zur Mediennutzung unerwartet positive  Ergebnisse zutage brachte, schwärmten in und um Mosbach mehr als 30 Prominente in die Schulen aus, um dort vorzulesen. Doch bevor sie dies taten, waren sie selbst Zuhörer dreier ganz junger Vorleserinnen. Aileen, Celine und Marla aus der Klasse 4a der Lohrtalschule waren die ersten Aktiven am Aktionstag, mit einer Geschichte, die so recht in die Adventszeit passte. In der Lohrtalschule fand die Auftaktveranstaltung für den Vorlesetag statt. Rektor Carsten Uhrig  sieht im Vorlesen eine „hervorragende Möglichkeit dazu zu motivieren, selbst zu lesen“. Das schule Sprache und Kommunikationsfähigkeit zum einen und eröffne zum anderen unbekannte, neue Welten.
Sind es üblicherweise die Frauen, die in deutschen Kinderzimmern vorlesen, so war die Aktion „Mosbach liest vor“ von Männern dominiert. Aber es war eine Frau, die ganz wesentlich hinter der Aktion stand. Christel Mayer, die die Lesepaten-Initiative ins Leben gerufen hat und mit der Vorlese-Aktion der Lesebewegung in Mosbach und darüber hinaus weiteren Schub verleihen möchte, zeigte sich in der Lohrtalschule schlichtweg „begeistert“ von der Resonanz, die sie auf ihre Anfragen erhielt: „Ohne Sie alle wäre das alles nix.“ Und noch bevor die von ihr engagierten Vorleser sich in die Schulen aufmachten, versprach sie: „Das soll keine Eintagsfliege sein.“ Der Organisatorin steht der Sinn nach einer Ausweitung auf Kreisebene.
Das will die Bürgerstiftung weiterhin nach Kräften unterstützen. Ihr Vorstandsvorsitzender, Volksbank-Direktor Klaus Saffenreuther, berichtete, dass man schon die Ausbildung von mittlerweile 120 Lesepaten gefördert habe. „Insgesamt hat die Bürgerstiftung in den fast zehn Jahren ihres Bestehens rund 100 000 Euro in Projekte fließen lassen, die der Stärkung der Bürgergesellschaft dienen.“ Auch das Dankeschön-Schmankerl an die Vorleser, ein leckeres Lebkuchenbuch mit dem Titel „Die Lesepaten“, ging auf das Konto der Bürgerstiftung. Saffenreuther nutzte die Plattform und warb dafür, der Stiftung weitere förderungswürdige Projekt zu melden.
Dass es anschließend in den Schulklassen von Haßmersheim bis Schefflenz, von Allfeld bis Limbach nicht ausschließlich ums Lesen ging, dafür seien hier zwei Vorleser/-macher beschrieben. Der pensionierte Frauenarzt Dr. Horst-Dieter Reumel hatte sich extra noch einmal eine Arzthose besorgt, um den Mädchen und Jungen der 4a an der Waldsteige-Grundschule in Mosbach auf authentische Weise etwas aus seinem Berufsleben zu erzählen. Für den Vorlesepart hatte er allerdings einem anderen Beruf den Vortritt gelassen: Kommissar Kugelblitz.
Ein paar Räume weiter packte Heinz Janalik, Präsident des Badischen Sportbundes Nord, erst die Leichtathletik-Schuhe und den Judo-Gürtel – Zeichen seiner eigenen sportlichen Vorlieben - aus, bevor er Ottfried Preußlers „Süßen Erich“ mit viel Verve vortrug. Und siehe da: Hatten die Kinder doch eine etablierte pädagogische Erkenntnis aus der Kurzgeschichte mit eigenen Worten formuliert: Man lernt nur noch etwas, wenn etwas Neues dazu kommt. Vorlesen gehört im Raum Mosbach nicht erst seit dem Vorlesetag dazu.
 

 

 

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