Bildungspartnerschaft


Die Bande werden kreuz und quer geknüpft
Soziales Lernen hier und Mitarbeiterwerbung dort sind die zwei Seiten mehrerer frisch unterzeichneter Bildungspartnerschaftsvereinbarungen


Mosbach. (ub) Der eine Partner hat schon eine, der andere fängt eine Beziehung gleich mit dreien an, für wieder eine andere ist es die zweite und einer macht gerade die ersten Schritte. Gemeint sind insgesamt vier Bildungspartner: Die Lohrtalschule, die Johannes-Diakonie Mosbach, das Seniorenheim Johanneshaus Tannenhof und das Bildungszentrum Pflege der Johannes Seniorendienste. Wer nun mit wem? Am Montag wurden in der Aula der Lohrtalschule (LTS) Verträge zwischen der LTS und der Berufsfachschule und dem Altenpflegeinstitut einerseits und mit der Johannes-Diakonie andererseits geschlossen.
Dass die Ausgestaltung solcher Partnerschaften das weite Feld sozialer Arbeit bestellt, liegt auf der Hand. Für die Schulen bedeutet es, dass die jeweiligen Einrichtungen sich und ihre Arbeit vorstellen, dass dort Praktika und Hospitationen möglich sowie Betriebserkundungen stattfinden werden. Auch an gemeinsame Freizeiten ist gedacht. Auf der Seite der Sozialunternehmen und der Berufsfachschule denkt man auch an die eigene Zukunft. Jörg Huber, Vorstand der Johannes-Diakonie, nahm da kein Blatt vor den Mund: „Wir sind darauf angewiesen, um zukünftig Mitarbeiter zu haben.“ Auf Menschen in Pflegeberufen also. Seine „Übersetzung“ von Bildungspartnerschaft: voneinander partizipieren und profitieren
Tarkan Mermi, Jasmina Kirschenlohr, Sabina Shenaraj und Marlon Streng können sich durchaus vorstellen, auf diesem Berufsfeld zu arbeiten, haben da schon Erfahrungen gesammelt. Die vier Neuntklässler der LTS haben allesamt schon ihre Nasen in den pflegerischen Alltag gesteckt, haben erlebt, wie Beziehungen zwischen alten oder hilfsbedürftigen Menschen wachsen und bereichern können, haben aber auch erlebt, dass Zeitmangel und Stress oftmals den Takt vorgeben. Doch: „Das schreckt uns nicht ab.“ An der Lohrtalschule hat dank dreier Außenklassen der Johannes-Diakonie das Miteinander von gesunden und behinderten Schülern ohnehin längst dafür gesorgt, dass Berührungsängste schwinden.
„Bitte keine Scheu zeigen“, lud der Leiter des Tannenhofs, Hans-Jürgen Mössner, ein in sein „sehr offenes Haus“. Und der Leiter des benachbarten Bildungszentrums Pflege, Meinhard Link, machte keinen Hehl daraus, dass Assistenzberufe krisensicher seien und warb so für eine ein- oder dreijährige Ausbildung in seiner Schule. Carsten Uhrig, der gerade zum Schulleiter der LTS bestellt wurde und in den Vereinbarungen eine Win-win-Situation sieht, verfolgt seinerseits ähnliche Ziele: „Wir wollen junge Menschen an soziale Berufe heranführen.“ Wie das in seinem Haus unter anderem vonstatten geht, führten zwei Schülerinnen des (neuen) Wahlpflichtfachs „Gesundheit und Soziales“ mit einer kleinen Präsentation vor. Die Feierstunde aus Anlass der Vertragsunterzeichnung wurde zudem aufgepeppt durch eine Darbietung der Rhythmus-AG der LTS und ein von Schülern angerichtetes Kaltes Buffet.

 

 

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Erklärvideo: Lohrtalschule !


Bravissimo! Mosbach hat eine neue Partnerschule